Jüdischer Friedhof

Der Alte Jüdische Friedhof

Der Alte Jüdische Friedhof befindet sich unmittelbar östlich des städtischen Friedhofs von Altlandsberg, in Richtung des Weges „An der Promenade“.

Die Stadt Altlandsberg beschreibt die Entstehung der Begräbnisstätte mit „um 1820“. Die Dokumentation von Alemannia Judaica nennt das Jahr 1817: Damals wurde auf behördliche Anweisung ein eigener jüdischer Friedhof in Altlandsberg angelegt. Bis 1818 waren Verstorbene der jüdischen Gemeinde noch auf dem jüdischen Friedhof in Strausberg beigesetzt worden.

Die Altlandsberger Synagogengemeinde umfasste zeitweise ein weites Gebiet. Nach Angaben der Stadt reichte sie von Bernau bis Lichtenberg und Erkner. Auch jüdische Familien aus der Umgebung nutzten den Altlandsberger Friedhof.

Der Friedhof umfasste etwa zehn Ar und war von einem Graben und einer Hecke umgeben.

Zum Friedhof gehörte auch ein Tahara-Haus, ein Gebäude für die rituelle Waschung und Vorbereitung der Verstorbenen vor der Bestattung. Die heute noch erkennbaren Grundmauern stammen von einem 1883 errichteten Tahara-Haus.

Im Jahr 1938 wurden die Gräber geschändet. In den folgenden Jahrzehnten wurden Teile des Friedhofs abgetragen, verschüttet und überwuchert. Schließlich geriet die ehemalige Begräbnisstätte weitgehend in Vergessenheit. Erhalten blieben unter anderem die auffällige Baumreihe, Reste zerbrochener Grabsteine und die verwitterten Grundmauern des Tahara-Hauses.

Wie stark der Friedhof zerstört worden war, zeigen Untersuchungen aus den Jahren 1988 und 1991. Damals wurden Grabsteinfragmente im angrenzenden Bach und unter einer Brücke gefunden. Etwa 90 halbe und teilweise noch vollständige Grabsteine waren zur Pflasterung einer Auffahrt an der Straße „An der Promenade“ verwendet worden.

Seit Ende der 1990er-Jahre engagierten sich Bürger und Mitglieder des Heimatvereins Altlandsberg dafür, den historischen Ort wieder sichtbar zu machen. Der Heimatverein  kümmerte sich seitdem um die ehemalige Begräbnisstätte.

Die noch vorhandenen Grundmauern des Tahara-Hauses wurden gesichert. Gefundene Grabsteine und Fragmente konnten innerhalb dieses Bereichs geschützt untergebracht werden. Die historische Baumreihe blieb erhalten und auf der ehemaligen Beisetzungsfläche wurden mehrere hundert Efeupflanzen gesetzt.

Im Jahr 2020 wurde die mehrjährige Umgestaltung des Alten Jüdischen Friedhofs abgeschlossen. Das Projekt wurde mit einem Eigenanteil der Stadt Altlandsberg sowie hauptsächlich mit Fördermitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg finanziert.

Heute ist der Alte Jüdische Friedhof wieder als würdige historische Begräbnis- und Erinnerungsstätte erkennbar. Unter der Bezeichnung „Makom tov“ – „Guter Ort“ erinnert er an die frühere jüdische Gemeinde Altlandsbergs und an die Menschen, die hier bestattet wurden.

Der Neue Jüdische Friedhof

Der Alte Jüdische Friedhof darf nicht mit dem später angelegten Neuen Jüdischen Friedhof verwechselt werden.

Der Neue Jüdische Friedhof befand sich etwa 200 Meter östlich des Alten Jüdischen Friedhofs am Bollensdorfer Weg. Bis zum Ende der 1930er-Jahre waren dort etwa sechs Gräber belegt. Noch nach 1945 sollen mindestens vier Grabsteine vorhanden gewesen sein; später verschwanden auch diese.

Der genaue Zeitpunkt der Anlage des Neuen Jüdischen Friedhofs ist nicht eindeutig geklärt. Alemannia Judaica nennt ausdrücklich und mit einem Fragezeichen eine mögliche Anlage „erst um 1930?“. Da hierzu unterschiedliche Datierungen überliefert sind, sollte für den Neuen Jüdischen Friedhof derzeit keine Jahreszahl als zweifelsfrei gesicherte Tatsache angegeben werden.

Renovierungsarbeiten an einem steinernen Gebäude mit Gerüst.
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